16. Juli 2020

Nach Ablehnung des Einspruchs gegen die Einstufung von Titandioxid als krebserzeugend (Pulverform mit mindestens 1 % Partikel und einem aerodynamischen Durchmesser von ≤ 10 µm) am 03. Februar 2020 im Plenum des EU-Parlaments, wurde mit Datum vom 18. Februar 2020 die 14. Änderungsverordnung zur CLP-Verordnung im EU-Amtsblatt veröffentlicht, welche damit am 09. März 2020 in Kraft trat. Nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten bis zum 21. September 2021 ist die Verordnung von Seiten der Betriebe bei denen Titandioxid in der oben genannten Form Verwendung findet verpflichtend umzusetzen.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Kennzeichnung von reinem Titandioxidpulver und für alle Pulverprodukte:

  • Pulverförmiges Titandioxid und alle pulverförmigen Titandioxidprodukte, die mindestens 1 % Titandioxidpartikel mit aerodynamischem Durchmesser ≤ 10 Mikrometer (µm) enthalten, werden als vermutlich krebserregend wie folgt eingestuft:
20.07.16_Titandioxid.jpg
  • Flüssige Produkte und Erzeugnisse wie Papier, lackierte Gegenstände, Tapeten usw. sind von dieser Einstufung nicht betroffen.

Zusätzliche Kennzeichnung für flüssige und feste Gemische ab 1 % Titandioxid:

  • Flüssige oder feste Gemische, die mindestens 1 % Titandioxid enthalten müssen unabhängig davon, ob eine Freisetzung von Titandioxid zu erwarten ist mit folgenden Warnhinweisen gekennzeichnet werden:
1. Flüssige Gemische, die mindesten 1 % Titandioxid mit einem
aerodynamischen Durchmesser von höchstens 10 Mikrometer
enthalten:

EUH211: Achtung! Beim Sprühen können gefährliche lungengängige
Tröpfchen entstehen. Aerosole und Nebel nicht einatmen.

2. Feste Gemische die mindestens 1 % Titandioxid, unabhängig
vom Durchmesser, enthalten:

EUH212: Achtung! Bei der Verwendung kann gefährlicher
lungengängiger Staub entstehen. Staub nicht einatmen.

  • Durch die Änderung der CLP-Verordnung ergibt sich weiter die Plicht, dass Kennzeichnungsetiketten auf Verpackungen von flüssigen oder festen Gemischen, die nicht für die breite Öffentlichkeit (Verbraucher) bestimmt sind und nicht als gefährlich eingestuft wurden sowie mit EUH211 oder EUH212 gekennzeichnet sind, zusätzlich mit dem Hinweis

EUH210: Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage erhältlich

gekennzeichnet werden müssen.

Für weitere Informationen und zur Beratung der für Ihren Betrieb, durch die Einstufung von Titandioxid resultierenden Folgen, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Ihr Ansprechpartner

Thomas Hüsken

Thomas Hüsken
Dipl.-Geograph

Telefon: +49 (0)2162 26638-40
E-Mail: